BMEL-Förderaufruf: Unterstützung der Kleinprivatwaldbesitzer zur Stärkung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

Holzforum Allgäu e. V. :: BMEL-Förderaufruf: Unterstützung der Kleinprivatwaldbesitzer zur Stärkung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

BMEL-Förderaufruf: Unterstützung der Kleinprivatwaldbesitzer zur Stärkung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

Angesprochen sind forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und Eigentümer

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat einen neuen Förderaufruf im Rahmen des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe veröffentlicht. Damit will das BMEL Forschungs- und Demonstrationsvorhaben zur Unterstützung des privaten Waldbesitzers durch angepasste Organisationsstrukturen, innovative Dienstleistungen und IT-Entwicklungen initiieren. Als Anwender der neuen Lösungen hat das BMEL vor allem forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, aber auch einzelne Waldbesitzer im Blick. Der Aufruf ist bis zum 30.11.2018 befristet.

Anträge nimmt der Projektträger des BMEL, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), entgegen.

Die Privatwaldbetreuung war bislang u.a. Aufgabe der Landesforsten oder Landwirtschaftskammern der Länder. Als Folge der Kartellverfahren in mehreren Bundesländern werden private forstliche Zusammenschlüsse hier künftig jedoch, insbesondere bei der Holzvermarktung aber auch bei der Beratung, eine größere Rolle spielen. Um sie dabei zu unterstützen, wirbt das BMEL im aktuellen Aufruf „Kleinprivatwald – Innovationen zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung“ Ideen für neue Dienstleistungen, IT-Entwicklungen sowie technische und organisatorische Lösungen ein. Die Maßnahmen sollen in erster Linie die Effizienz und damit auch die Attraktivität der forstlichen Zusammenschlüsse erhöhen und ihren Arbeitsalltag erleichtern, sie können sich aber auch direkt an einzelne Waldbesitzer wenden. Denkbar sind u. a. neue Ansätze einer gemeinschaftlichen Bewirtschaftung und Vermarktung, etwa digitale Vermarktungsplattformen, Einkaufsgemeinschaften für Forstpflanzgut, innovative Abrechnungsmodelle oder Bürgerwaldkonzepte. Für die Ansprache der Waldbesitzer bedarf es Informationsmedien, die auch nutzungsferne Eigentümer erreichen. Schließlich sind übergeordnete Arbeiten förderfähig, um Daten zu verschiedenen Eigentümertypen zu erheben oder zum Status Quo der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse und deren betriebswirtschaftlichen Kennzahlen.

Der vollständige Aufruf steht auf fnr.de unter Projektförderung – Für Antragsteller – Aktuelle Bekanntmachungen zur Verfügung.

Hintergrund: Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist ein Rohstoff mit ausgezeichneter Ökobilanz. Holz aus heimischer Produktion hat zudem den Vorzug kurzer Transportwege. Das in Deutschland nachhaltig erzeugte Holz ist unverzichtbar als Rohstoffbasis für die heimischen Betriebe - Stichwort Bioökonomie - insbesondere in ländlichen Räumen und leistet wertvolle Beiträge für die Erreichung der Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele der Bundesregierung. Daher zielt die Charta für Holz 2.0 des BMEL darauf ab, mehr Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu nutzen – zugunsten von Klimaschutz, Arbeitsplätzen und Wertschöpfung im ländlichen Raum und zur Schonung endlicher Ressourcen.
Knapp die Hälfte der bundesdeutschen Waldfläche steht in privatem Eigentum, und wiederum etwa 50 Prozent dieser privaten Waldflächen sind kleiner als 20 Hektar. Diese kleinen und oft zersplittert liegenden Waldstücke sind schwer zu bewirtschaften. Hinzu kommt, dass infolge des Generationenwechsels immer mehr „neue“ Waldbesitzer kaum noch über die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit ihrem Wald verfügen. Die Ergebnisse dieses Förderaufrufs sollen dazu beitragen, neue Unterstützungsmöglichkeiten für den Klein- und Kleinstprivatwald zu entwickeln und damit die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen dieser Wälder zu erhalten.

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR)

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